Vorstandsperspektive 
»Wir wollen auch in 10 Jahren die Hausbank unserer Kunden sein. Dafür müssen wir jetzt in eine belastbare Kundenbeziehung investieren.«

Welche Bilanz ziehen Sie aus dem Geschäftsjahr 2019 für Ihre Bank, auch im Hinblick auf Ihre formulierte »Vision 2022«?

Johann Büchler: 2019 war für uns ein erfolgreiches Jahr. Unsere Geschäftsentwicklung war positiv. Bilanzsumme, Einlagen und die Nachfrage nach Krediten wuchsen sehr stark. Allerdings bewerten wir 2019 als ein Übergangsjahr: Der Zinsüberschuss und damit die Ertragslage zeigt sinkende Tendenzen. In diesem Jahr haben wir nochmals von starken Einmaleffekten profitiert. Im kommenden Geschäftsjahr werden uns diese vermutlich fehlen.

Helmut Hollweck: Im Sinne der »Vision 2022« ist die Neujustierung zahlreicher Geschäftsbereiche in vollem Gang. Dabei stellen wir unsere bisherigen Prozesse kritisch in Frage und nehmen dort, wo es nötig ist, Anpassungen vor. Die ersten Ergebnisse sind bereits sichtbar. Das zeigt: Wir sind auf einem guten Weg, der aber noch lange nicht zu Ende ist.

Ein Zielschwerpunkt Ihrer »Vision 2022« sind Prozesse. Welche Veränderungen sind in diesem Zusammenhang zu nennen?

Helmut Hollweck: Wir haben es in den vergangenen Monaten geschafft, eine Vielzahl an Vorgängen volldigitalisiert abzubilden. Das betrifft beispielsweise die Abschlussstrecken unserer Girokonten und Privatdarlehen. Unsere Kunden haben nun die Möglichkeit, diese beiden wichtigen Produkte vollständig online abzuschließen, inklusive dem nötigen Legitimationsverfahren via e-Signing und dem Vertragsdruck. Damit bedienen wir ein zentrales Bedürfnis unserer Kunden: einfaches und schnelles Banking – ohne lange Entscheidungswege.

Johann Büchler: Bei allen Aktivitäten rund um die »Vision 2022« haben wir uns viele Frage gestellt: Wie sieht das Banking der Zukunft aus? Was erwarten Kunden von einem leistungsfähigen Finanzdienstleister und was bedeutet das konkret für unsere Bank? Dabei hat sich schnell ein gewisser Convenience-Gedanke herauskristallisiert. Wir wollen es unseren Kunden leicht machen, unsere Dienstleistungen und Produkte in Anspruch zu nehmen. Wir haben aber auch gemerkt, dass Einfachheit nach außen, Reduktion von Komplexität und Vorgängen nach innen bedeutet. Daher setzen wir nun verstärkt auf die Nutzung von Künstlicher Intelligenz und digitalen Robotern, um beispielsweise Daten in unser Banksystem zu transportieren.

Helmut Hollweck: Neben einer Kundenzentrierung haben wir daran gearbeitet, Prozesse für unsere Mitarbeiter zu vereinfachen. Der Einsatz von KI ist da sicherlich ein Baustein. Zeitgleich haben wir aber auch die Personalverwaltung mit einem modernen Tool digitalisiert und für unsere Kollegen transparenter weiterentwickelt.

Gibt es bereits erste Erfolge?

Johann Büchler: Ja, die gibt es und wir freuen uns sehr, dass unsere Kunden die Veränderungen wahrnehmen und schätzen. Besonders positiv bewerten unsere Kunden, dass sie nun nahezu in Echtzeit Einblick in ihre Vorgänge erhalten. Transparentes Banking scheint also längst noch kein Standard zu sein. Gut, dass wir Vorreiter sind und den Markt mit unseren Ideen und Impulsen besetzen.

Helmut Hollweck: Die gesamte Giro- und Privatdarlehensabschlussstrecke wird digital durchgebucht. Das zeitaufwendige händische Anlegen von Konten entfällt für unsere Kollegen. Das übernehmen nun die digitalen Helferlein. Damit eröffnen sich deutlich verbesserte Kapazitäten in der Beratung. Wir können uns stärker auf die Bedürfnisse, Wünsche und Ziele unserer Kunden konzentrieren. Ein nicht ganz unerheblicher Vorteil in einer Finanzwelt voller Unsicherheiten und schier unendlichen Möglichkeiten.

Wie schafft es die PSD Bank Nürnberg, trotz andauernder Niedrigzinsen, ihre Kunden zu begeistern?

Johann Büchler: Entgegen vieler Meinungen am Markt stehen wir weiter zu unserem kostenfreien Lohn- und Gehaltskonto mit gebührenfreier Girocard und Mastercard classic. Im Vergleich dazu verschlechtern Wettbewerber zusehends ihre Konditionen. Gebühren für Konten und Karten werden eingeführt oder teils deutlich erhöht. Gegen diesen Trend wehren wir uns und halten an unserem Angebot fest. Das sorgt durchaus für Begeisterung bei unseren Kunden. Allein 2019 konnten wir 4.000 neue Lohn- und Gehaltskonten eröffnen.

Helmut Hollweck: Ich sehe die Herausforderungen nicht allein bei den Girokonten. Auch im Bereich der Spareinlagen gibt es aufgrund der schlechten Zinslage große Herausforderungen. Nicht nur, dass es für Sparer keine Zinsen mehr gibt, auch werden teilweise erhebliche Entgelte für das Verwahren von Sparbeträgen verlangt. Und dass schon für Beträge, die deutlich unter der 100.000-Euro-Marke liegen. Wir hingegen zeigen unseren Kunden individuelle Wege aus dem Zinstal auf, statt sie zur Kasse zu bitten.

Digitalisierung, struktureller Wandel und ökologische Veränderungen stellen immer höhere Anforderungen, insbesondere auch an die Mitarbeiter. Wie begegnen Sie diesen Herausforderungen als moderner Arbeitgeber?

Johann Büchler: Wir wissen, wo die Herausforderungen liegen und investieren in die Aus-, Weiter- und Fortbildung unserer Mitarbeiter. Kunden erwarten von uns, dass wir ihnen modernes Banking mit digitalen Angeboten bieten und gleichzeitig den Strukturwandel des Finanzwesens souverän meistern. Gleiches gilt auch für unsere Mitarbeiter. Sie wollen mehr sein als nur Abwickler. Sie möchten partnerschaftlicher Problemlöser sein und für ihre Kunden da sein, wenn es darauf ankommt. Eine belastbare Beziehung zum Kunden aufbauen und das über Jahre, wenn nicht gar über Jahrzehnte hinweg: Das ist unser Ziel, nicht der schnelle vertriebliche Erfolg. Damit schließt sich für mich der Kreis: Künstliche Intelligenz und die Digitalisierung von Prozessen helfen uns dabei, mehr Zeit für unsere Kunden zu haben und uns nicht mit administrativen Aufgaben zu lähmen. Das macht unsere Kunden und Mitarbeiter gleichermaßen zufrieden.

Helmut Hollweck: Danke für das Stichwort. Wir investieren nicht nur in die Zufriedenheit unserer Kunden, sondern auch in erheblichem Maße in die unserer Mitarbeiter. Dank moderner Arbeitsmethoden und freier Projektarbeit haben wir es geschafft, dass wir eine Vielzahl an Mitarbeitern in die Entscheidungsfindung einbinden. Statt Top-down setzen wir auf Mitbestimmung, denn am Ende des Tages sind es unsere Mitarbeiter, die die Prozesse bestmöglich umsetzen sollen. Neben der fachlichen Weiterbildung setzen wir auf die persönliche Weiterbildung unserer Kollegen. Nachwuchsführungskräfte statten wir mithilfe zahlreicher Coachings mit dem nötigen Rüstzeug aus, sodass sie ihre neue Verantwortung selbstsicher umsetzen können. Gleichzeitig wissen wir, dass die Herausforderungen einer sich permanent verändernden Arbeitswelt auch Stress mit sich bringen können. Angebote wie Resilienzseminare oder gesundheitsfördernde Maßnahmen sind für uns mehr als nur ein Trend. Sie helfen uns dabei, dass unsere Mitarbeiter widerstandsfähig und fit bleiben. In solche Maßnahmen investieren wir gern.

Seit jeher engagieren Sie sich für die Region. Was treibt Sie an?

Helmut Hollweck: Als regionale Direktbank stehen wir zu unserer Verantwortung – nicht nur gegenüber Kunden und Mitarbeitern, sondern auch gegenüber der Gesellschaft. Wir sehen uns in der Pflicht, einen Teil unseres Erfolges an die Menschen im Geschäftsgebiet zurückzugeben. Daher haben wir für uns definiert, dass jährlich rund 50 Projekte mit einer Gesamtspendensumme von mehr als 300.000 Euro durch unser Haus gefördert werden. Dabei achten wir darauf, dass die Mittel möglichst vielen Beteiligten zugute kommen und die Förderprojekte zahlreiche Interessen bedienen wie Soziales, Bildung, Sport und Umwelt.

Johann Büchler: In unserer DNA steckt »Hilfe zur Selbsthilfe«. Dieser genossenschaftliche Auftrag begleitet nicht nur unser unternehmerisches Handeln, sondern ist auch Maßgabe für unser nachhaltiges Engagement vor Ort. Dabei geht es nicht um bloßes »Geld verteilen«. Wir wählen die Projekte, für die wir uns einsetzen, sorgfältig und mit Bedacht aus. So fördern wir beispielsweise seit Jahren den gemeinnützigen Verein Lilith oder das Restaurant »Estragon«. Wir glauben an Chancengleichheit und leisten einen Beitrag, dass diese gelebt werden kann. Ein großer Dank geht an unsere Kunden, die dieses Engagement ermöglichen. Denn: Ein Teil der Spendenmittel stammt aus den Zweckerträgen des PSD Gewinnsparens. Pro Gewinnsparlos gehen 25 Cent an gemeinnützige Organisationen der Region. Je mehr unsere Kunden also Sparen, desto höher fällt unsere Spendensumme aus – mehr Gemeinschaft geht nicht.

Herr Büchler, Herr Hollweck, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Vorstandsperspektive 
»Wir wollen auch in 10 Jahren die Hausbank unserer Kunden sein. Dafür müssen wir jetzt in eine belastbare Kundenbeziehung investieren.«

Welche Bilanz ziehen Sie aus dem Geschäftsjahr 2019 für Ihre Bank, auch im Hinblick auf Ihre formulierte »Vision 2022«?

Johann Büchler: 2019 war für uns ein erfolgreiches Jahr. Unsere Geschäftsentwicklung war positiv. Bilanzsumme, Einlagen und die Nachfrage nach Krediten wuchsen sehr stark. Allerdings bewerten wir 2019 als ein Übergangsjahr: Der Zinsüberschuss und damit die Ertragslage zeigt sinkende Tendenzen. In diesem Jahr haben wir nochmals von starken Einmaleffekten profitiert. Im kommenden Geschäftsjahr werden uns diese vermutlich fehlen.

Helmut Hollweck: Im Sinne der »Vision 2022« ist die Neujustierung zahlreicher Geschäftsbereiche in vollem Gang. Dabei stellen wir unsere bisherigen Prozesse kritisch in Frage und nehmen dort, wo es nötig ist, Anpassungen vor. Die ersten Ergebnisse sind bereits sichtbar. Das zeigt: Wir sind auf einem guten Weg, der aber noch lange nicht zu Ende ist.

Ein Zielschwerpunkt Ihrer »Vision 2022« sind Prozesse. Welche Veränderungen sind in diesem Zusammenhang zu nennen?

Helmut Hollweck: Wir haben es in den vergangenen Monaten geschafft, eine Vielzahl an Vorgängen volldigitalisiert abzubilden. Das betrifft beispielsweise die Abschlussstrecken unserer Girokonten und Privatdarlehen. Unsere Kunden haben nun die Möglichkeit, diese beiden wichtigen Produkte vollständig online abzuschließen, inklusive dem nötigen Legitimationsverfahren via e-Signing und dem Vertragsdruck. Damit bedienen wir ein zentrales Bedürfnis unserer Kunden: einfaches und schnelles Banking – ohne lange Entscheidungswege.

Johann Büchler: Bei allen Aktivitäten rund um die »Vision 2022« haben wir uns viele Frage gestellt: Wie sieht das Banking der Zukunft aus? Was erwarten Kunden von einem leistungsfähigen Finanzdienstleister und was bedeutet das konkret für unsere Bank? Dabei hat sich schnell ein gewisser Convenience-Gedanke herauskristallisiert. Wir wollen es unseren Kunden leicht machen, unsere Dienstleistungen und Produkte in Anspruch zu nehmen. Wir haben aber auch gemerkt, dass Einfachheit nach außen, Reduktion von Komplexität und Vorgängen nach innen bedeutet. Daher setzen wir nun verstärkt auf die Nutzung von Künstlicher Intelligenz und digitalen Robotern, um beispielsweise Daten in unser Banksystem zu transportieren.

Helmut Hollweck: Neben einer Kundenzentrierung haben wir daran gearbeitet, Prozesse für unsere Mitarbeiter zu vereinfachen. Der Einsatz von KI ist da sicherlich ein Baustein. Zeitgleich haben wir aber auch die Personalverwaltung mit einem modernen Tool digitalisiert und für unsere Kollegen transparenter weiterentwickelt.

Gibt es bereits erste Erfolge?

Johann Büchler: Ja, die gibt es und wir freuen uns sehr, dass unsere Kunden die Veränderungen wahrnehmen und schätzen. Besonders positiv bewerten unsere Kunden, dass sie nun nahezu in Echtzeit Einblick in ihre Vorgänge erhalten. Transparentes Banking scheint also längst noch kein Standard zu sein. Gut, dass wir Vorreiter sind und den Markt mit unseren Ideen und Impulsen besetzen.

Helmut Hollweck: Die gesamte Giro- und Privatdarlehensabschlussstrecke wird digital durchgebucht. Das zeitaufwendige händische Anlegen von Konten entfällt für unsere Kollegen. Das übernehmen nun die digitalen Helferlein. Damit eröffnen sich deutlich verbesserte Kapazitäten in der Beratung. Wir können uns stärker auf die Bedürfnisse, Wünsche und Ziele unserer Kunden konzentrieren. Ein nicht ganz unerheblicher Vorteil in einer Finanzwelt voller Unsicherheiten und schier unendlichen Möglichkeiten.

Wie schafft es die PSD Bank Nürnberg, trotz andauernder Niedrigzinsen, ihre Kunden zu begeistern?

Johann Büchler: Entgegen vieler Meinungen am Markt stehen wir weiter zu unserem kostenfreien Lohn- und Gehaltskonto mit gebührenfreier Girocard und Mastercard classic. Im Vergleich dazu verschlechtern Wettbewerber zusehends ihre Konditionen. Gebühren für Konten und Karten werden eingeführt oder teils deutlich erhöht. Gegen diesen Trend wehren wir uns und halten an unserem Angebot fest. Das sorgt durchaus für Begeisterung bei unseren Kunden. Allein 2019 konnten wir 4.000 neue Lohn- und Gehaltskonten eröffnen.

Helmut Hollweck: Ich sehe die Herausforderungen nicht allein bei den Girokonten. Auch im Bereich der Spareinlagen gibt es aufgrund der schlechten Zinslage große Herausforderungen. Nicht nur, dass es für Sparer keine Zinsen mehr gibt, auch werden teilweise erhebliche Entgelte für das Verwahren von Sparbeträgen verlangt. Und dass schon für Beträge, die deutlich unter der 100.000-Euro-Marke liegen. Wir hingegen zeigen unseren Kunden individuelle Wege aus dem Zinstal auf, statt sie zur Kasse zu bitten.

Digitalisierung, struktureller Wandel und ökologische Veränderungen stellen immer höhere Anforderungen, insbesondere auch an die Mitarbeiter. Wie begegnen Sie diesen Herausforderungen als moderner Arbeitgeber?

Johann Büchler: Wir wissen, wo die Herausforderungen liegen und investieren in die Aus-, Weiter- und Fortbildung unserer Mitarbeiter. Kunden erwarten von uns, dass wir ihnen modernes Banking mit digitalen Angeboten bieten und gleichzeitig den Strukturwandel des Finanzwesens souverän meistern. Gleiches gilt auch für unsere Mitarbeiter. Sie wollen mehr sein als nur Abwickler. Sie möchten partnerschaftlicher Problemlöser sein und für ihre Kunden da sein, wenn es darauf ankommt. Eine belastbare Beziehung zum Kunden aufbauen und das über Jahre, wenn nicht gar über Jahrzehnte hinweg: Das ist unser Ziel, nicht der schnelle vertriebliche Erfolg. Damit schließt sich für mich der Kreis: Künstliche Intelligenz und die Digitalisierung von Prozessen helfen uns dabei, mehr Zeit für unsere Kunden zu haben und uns nicht mit administrativen Aufgaben zu lähmen. Das macht unsere Kunden und Mitarbeiter gleichermaßen zufrieden.

Helmut Hollweck: Danke für das Stichwort. Wir investieren nicht nur in die Zufriedenheit unserer Kunden, sondern auch in erheblichem Maße in die unserer Mitarbeiter. Dank moderner Arbeitsmethoden und freier Projektarbeit haben wir es geschafft, dass wir eine Vielzahl an Mitarbeitern in die Entscheidungsfindung einbinden. Statt Top-down setzen wir auf Mitbestimmung, denn am Ende des Tages sind es unsere Mitarbeiter, die die Prozesse bestmöglich umsetzen sollen. Neben der fachlichen Weiterbildung setzen wir auf die persönliche Weiterbildung unserer Kollegen. Nachwuchsführungskräfte statten wir mithilfe zahlreicher Coachings mit dem nötigen Rüstzeug aus, sodass sie ihre neue Verantwortung selbstsicher umsetzen können. Gleichzeitig wissen wir, dass die Herausforderungen einer sich permanent verändernden Arbeitswelt auch Stress mit sich bringen können. Angebote wie Resilienzseminare oder gesundheitsfördernde Maßnahmen sind für uns mehr als nur ein Trend. Sie helfen uns dabei, dass unsere Mitarbeiter widerstandsfähig und fit bleiben. In solche Maßnahmen investieren wir gern.

Seit jeher engagieren Sie sich für die Region. Was treibt Sie an?

Helmut Hollweck: Als regionale Direktbank stehen wir zu unserer Verantwortung – nicht nur gegenüber Kunden und Mitarbeitern, sondern auch gegenüber der Gesellschaft. Wir sehen uns in der Pflicht, einen Teil unseres Erfolges an die Menschen im Geschäftsgebiet zurückzugeben. Daher haben wir für uns definiert, dass jährlich rund 50 Projekte mit einer Gesamtspendensumme von mehr als 300.000 Euro durch unser Haus gefördert werden. Dabei achten wir darauf, dass die Mittel möglichst vielen Beteiligten zugute kommen und die Förderprojekte zahlreiche Interessen bedienen wie Soziales, Bildung, Sport und Umwelt.

Johann Büchler: In unserer DNA steckt »Hilfe zur Selbsthilfe«. Dieser genossenschaftliche Auftrag begleitet nicht nur unser unternehmerisches Handeln, sondern ist auch Maßgabe für unser nachhaltiges Engagement vor Ort. Dabei geht es nicht um bloßes »Geld verteilen«. Wir wählen die Projekte, für die wir uns einsetzen, sorgfältig und mit Bedacht aus. So fördern wir beispielsweise seit Jahren den gemeinnützigen Verein Lilith oder das Restaurant »Estragon«. Wir glauben an Chancengleichheit und leisten einen Beitrag, dass diese gelebt werden kann. Ein großer Dank geht an unsere Kunden, die dieses Engagement ermöglichen. Denn: Ein Teil der Spendenmittel stammt aus den Zweckerträgen des PSD Gewinnsparens. Pro Gewinnsparlos gehen 25 Cent an gemeinnützige Organisationen der Region. Je mehr unsere Kunden also Sparen, desto höher fällt unsere Spendensumme aus – mehr Gemeinschaft geht nicht.

Herr Büchler, Herr Hollweck, wir danken Ihnen für das Gespräch.

Vorstandsperspektive 
»Wir wollen auch in 10 Jahren die Hausbank unserer Kunden sein. Dafür müssen wir jetzt in eine belastbare Kundenbeziehung investieren.«

Welche Bilanz ziehen Sie aus dem Geschäftsjahr 2019 für Ihre Bank, auch im Hinblick auf Ihre formulierte »Vision 2022«?

Johann Büchler: 2019 war für uns ein erfolgreiches Jahr. Unsere Geschäftsentwicklung war positiv. Bilanzsumme, Einlagen und die Nachfrage nach Krediten wuchsen sehr stark. Allerdings bewerten wir 2019 als ein Übergangsjahr: Der Zinsüberschuss und damit die Ertragslage zeigt sinkende Tendenzen. In diesem Jahr haben wir nochmals von starken Einmaleffekten profitiert. Im kommenden Geschäftsjahr werden uns diese vermutlich fehlen.

Helmut Hollweck: Im Sinne der »Vision 2022« ist die Neujustierung zahlreicher Geschäftsbereiche in vollem Gang. Dabei stellen wir unsere bisherigen Prozesse kritisch in Frage und nehmen dort, wo es nötig ist, Anpassungen vor. Die ersten Ergebnisse sind bereits sichtbar. Das zeigt: Wir sind auf einem guten Weg, der aber noch lange nicht zu Ende ist.

Ein Zielschwerpunkt Ihrer »Vision 2022« sind Prozesse. Welche Veränderungen sind in diesem Zusammenhang zu nennen?

Helmut Hollweck: Wir haben es in den vergangenen Monaten geschafft, eine Vielzahl an Vorgängen volldigitalisiert abzubilden. Das betrifft beispielsweise die Abschlussstrecken unserer Girokonten und Privatdarlehen. Unsere Kunden haben nun die Möglichkeit, diese beiden wichtigen Produkte vollständig online abzuschließen, inklusive dem nötigen Legitimationsverfahren via e-Signing und dem Vertragsdruck. Damit bedienen wir ein zentrales Bedürfnis unserer Kunden: einfaches und schnelles Banking – ohne lange Entscheidungswege.

Johann Büchler: Bei allen Aktivitäten rund um die »Vision 2022« haben wir uns viele Fragen gestellt: Wie sieht das Banking der Zukunft aus? Was erwarten Kunden von einem leistungsfähigen Finanzdienstleister und was bedeutet das konkret für unsere Bank? Dabei hat sich schnell ein gewisser Convenience-Gedanke herauskristallisiert. Wir wollen es unseren Kunden leicht machen, unsere Dienstleistungen und Produkte in Anspruch zu nehmen. Wir haben aber auch gemerkt, dass Einfachheit nach außen Reduktion von Komplexität und Vorgängen nach innen bedeutet. Daher setzen wir nun verstärkt auf die Nutzung von Künstlicher Intelligenz und digitalen Robotern, um beispielsweise Daten in unser Banksystem zu transportieren.

Helmut Hollweck: Neben einer Kundenzentrierung haben wir daran gearbeitet, Prozesse für unsere Mitarbeiter zu vereinfachen. Der Einsatz von KI ist da sicherlich ein Baustein. Zeitgleich haben wir aber auch die Personalverwaltung mit einem modernen Tool digitalisiert und für unsere Kollegen transparenter weiterentwickelt.

Gibt es bereits erste Erfolge?

Johann Büchler: Ja, die gibt es und wir freuen uns sehr, dass unsere Kunden die Veränderungen wahrnehmen und schätzen. Besonders positiv bewerten unsere Kunden, dass sie nun nahezu in Echtzeit Einblick in ihre Vorgänge erhalten. Transparentes Banking scheint also längst noch kein Standard zu sein. Gut, dass wir Vorreiter sind und den Markt mit unseren Ideen und Impulsen besetzen.

Helmut Hollweck: Die gesamte Giro- und Privatdarlehensabschlussstrecke wird digital durchgebucht. Das zeitaufwendige händische Anlegen von Konten entfällt für unsere Kollegen. Das übernehmen nun die digitalen Helferlein. Damit eröffnen sich deutlich verbesserte Kapazitäten in der Beratung. Wir können uns stärker auf die Bedürfnisse, Wünsche und Ziele unserer Kunden konzentrieren. Ein nicht ganz unerheblicher Vorteil in einer Finanzwelt voller Unsicherheiten und schier unendlichen Möglichkeiten.

Wie schafft es die PSD Bank Nürnberg, trotz andauernder Niedrigzinsen, ihre Kunden zu begeistern?

Johann Büchler: Entgegen vieler Meinungen am Markt stehen wir weiter zu unserem kostenfreien Lohn- und Gehaltskonto mit gebührenfreier Girocard und Mastercard classic. Im Vergleich dazu verschlechtern Wettbewerber zusehends ihre Konditionen. Gebühren für Konten und Karten werden eingeführt oder teils deutlich erhöht. Gegen diesen Trend wehren wir uns und halten an unserem Angebot fest. Das sorgt durchaus für Begeisterung bei unseren Kunden. Allein 2019 konnten wir 4.000 neue Lohn- und Gehaltskonten eröffnen.

Helmut Hollweck: Ich sehe die Herausforderungen nicht allein bei den Girokonten. Auch im Bereich der Spareinlagen gibt es aufgrund der schlechten Zinslage große Herausforderungen. Nicht nur, dass es für Sparer keine Zinsen mehr gibt, auch werden teilweise erhebliche Entgelte für das Verwahren von Sparbeträgen verlangt. Und dass schon für Beträge, die deutlich unter der 100.000-Euro-Marke liegen. Wir hingegen zeigen unseren Kunden individuelle Wege aus dem Zinstal auf, statt sie zur Kasse zu bitten.

Digitalisierung, struktureller Wandel und ökologische Veränderungen stellen immer höhere Anforderungen, insbesondere auch an die Mitarbeiter. Wie begegnen Sie diesen Herausforderungen als moderner Arbeitgeber?

Johann Büchler: Wir wissen, wo die Herausforderungen liegen und investieren in die Aus-, Weiter- und Fortbildung unserer Mitarbeiter. Kunden erwarten von uns, dass wir ihnen modernes Banking mit digitalen Angeboten bieten und gleichzeitig den Strukturwandel des Finanzwesens souverän meistern. Gleiches gilt auch für unsere Mitarbeiter. Sie wollen mehr sein als nur Abwickler. Sie möchten partnerschaftlicher Problemlöser sein und für ihre Kunden da sein, wenn es darauf ankommt. Eine belastbare Beziehung zum Kunden aufbauen und das über Jahre, wenn nicht gar über Jahrzehnte hinweg: Das ist unser Ziel, nicht der schnelle vertriebliche Erfolg. Damit schließt sich für mich der Kreis: Künstliche Intelligenz und die Digitalisierung von Prozessen helfen uns dabei, mehr Zeit für unsere Kunden zu haben und uns nicht mit administrativen Aufgaben zu lähmen. Das macht unsere Kunden und Mitarbeiter gleichermaßen zufrieden.

Helmut Hollweck: Danke für das Stichwort. Wir investieren nicht nur in die Zufriedenheit unserer Kunden, sondern auch in erheblichem Maße in die unserer Mitarbeiter. Dank moderner Arbeitsmethoden und freier Projektarbeit haben wir es geschafft, dass wir eine Vielzahl an Mitarbeitern in die Entscheidungsfindung einbinden. Statt Top-down setzen wir auf Mitbestimmung, denn am Ende des Tages sind es unsere Mitarbeiter, die die Prozesse bestmöglich umsetzen sollen. Neben der fachlichen Weiterbildung setzen wir auf die persönliche Weiterbildung unserer Kollegen. Nachwuchsführungskräfte statten wir mithilfe zahlreicher Coachings mit dem nötigen Rüstzeug aus, sodass sie ihre neue Verantwortung selbstsicher umsetzen können. Gleichzeitig wissen wir, dass die Herausforderungen einer sich permanent verändernden Arbeitswelt auch Stress mit sich bringen können. Angebote wie Resilienzseminare oder gesundheitsfördernde Maßnahmen sind für uns mehr als nur ein Trend. Sie helfen uns dabei, dass unsere Mitarbeiter widerstandsfähig und fit bleiben. In solche Maßnahmen investieren wir gern.

Seit jeher engagieren Sie sich für die Region. Was treibt Sie an?

Helmut Hollweck: Als regionale Direktbank stehen wir zu unserer Verantwortung – nicht nur gegenüber Kunden und Mitarbeitern, sondern auch gegenüber der Gesellschaft. Wir sehen uns in der Pflicht, einen Teil unseres Erfolges an die Menschen im Geschäftsgebiet zurückzugeben. Daher haben wir für uns definiert, dass jährlich rund 50 Projekte mit einer Gesamtspendensumme von mehr als 300.000 Euro durch unser Haus gefördert werden. Dabei achten wir darauf, dass die Mittel möglichst vielen Beteiligten zugute kommen und die Förderprojekte zahlreiche Interessen bedienen wie Soziales, Bildung, Sport und Umwelt.

Johann Büchler: In unserer DNA steckt »Hilfe zur Selbsthilfe«. Dieser genossenschaftliche Auftrag begleitet nicht nur unser unternehmerisches Handeln, sondern ist auch Maßgabe für unser nachhaltiges Engagement vor Ort. Dabei geht es nicht um bloßes »Geld verteilen«. Wir wählen die Projekte, für die wir uns einsetzen, sorgfältig und mit Bedacht aus. So fördern wir beispielsweise seit Jahren den gemeinnützigen Verein Lilith oder das Restaurant »Estragon«. Wir glauben an Chancengleichheit und leisten einen Beitrag, dass diese gelebt werden kann. Ein großer Dank geht an unsere Kunden, die dieses Engagement ermöglichen. Denn: Ein Teil der Spendenmittel stammt aus den Zweckerträgen des PSD Gewinnsparens. Pro Gewinnsparlos gehen 25 Cent an gemeinnützige Organisationen der Region. Je mehr unsere Kunden also Sparen, desto höher fällt unsere Spendensumme aus – mehr Gemeinschaft geht nicht.

Herr Büchler, Herr Hollweck, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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